Skulpturen bei 529 Bingen am Rhein

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Inhalte 529 Serie

529 SERIE

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»Gefäß und Haus für Bingen I + II« – Werner Pokorny

»Terra Marique« – Petra Goldmann

Die Verbindung der Elemente – Petra Goldmanns „Terra Marique“

Petra Goldmann ist die Künstlerin, die zur Aufstellung ihres Kunstwerks anlässlich der Skulpturenparks vermutlich die kürzeste Anreise hatte. Sie lebt in Ingelheim, und die Rheinlandschaft ist ihr dadurch zwangsläufig bestens vertraut. So überrascht es auch kaum, dass ihr anlässlich des Symposiums geschaffenes Werk intensiv Bezug nimmt auf die Verbindung, die die Uferanlage und der Fluss miteinander eingehen. Dies lässt sie nicht nur durch den Titel anklingen, sondern durch ihr Kunstwerk anschaulich werden.

Die Skulptur, nahe am Fluss aufgestellt und sich im oberen Bereich zurücklehnend und damit zum Wasser hin bewegend, erscheint in Bewegung begriffen. Dabei bleibt es offen, ob es sich um einen Vogel handeln könnte, der sich in Richtung des Wassers gleich erheben wird, oder ob der Betrachter möglicherweise einen (fliegenden) Fisch vor sich hat, der soeben aus dem Fluss heraus auf das Festland gesprungen ist. So könnte man die parallel gesetzten kleinteiligen Stangen als Federn oder Gräten lesen. Eindeutig ist aber, dass das Werk an sich in Bewegung begriffen ist und die Verbindung der Elemente von Wasser und Erde – durch die Bewegung durch die Luft – anstrebt. Dadurch greift Goldmann auch ein Thema auf, das der Landschaft inne liegt.

Ein Fluss wird immer von zwei Uferlinien begleitet, die manchmal klarer die Trennung zum Fluss hin aufzeigen (vor allem dann, wenn das Ufer von Menschenhand angelegt wurde) und manchmal fast unsichtbar ins Wasser übergehen. In Bingen ist es historisch und zuletzt natürlich durch die weit greifenden landschaftsarchitektonischen Veränderungen im Zusammenhang mit der Landesgartenschau eine interessante Geschichte, die die Uferanlage und das Flussbett miteinander eingehen. Es erscheint daher wie eine künstlerische Übersetzung der Neugestaltung, dass Petra Goldmann Erde und Wasser wieder so nah und vor allem einander zugänglich erscheinen lässt.

Die Künstlerin, die aus Trier stammt und in Mainz Bildende Kunst und Anglistik mit dem Staatsexamen abgeschlossen und anschließend ein Diplom im Fach Metallbildhauerei erworben hat, zeigt sich in ihrer Formgestaltung sowie in ihrer Verarbeitung des Edelstahls als vertraut im Umgang mit dem Material des Metalls. Metallplastik wurde erst in der zweiten Hälfe des 20. Jahrhunderts üblich. In den zwanziger Jahren war es Julio Gonzalez, der eng mit Pablo Picasso zusammengearbeitet hatte, der sich ganz seinen Metallskulpturen widmete und damit als Begründer dieser bildhauerischen Technik gilt.

Petra Goldmann zeigt hier dem Betrachter, wie sich eine durch Schweißen und Flexen geschaffene, von Dynamik und Leichtigkeit geprägte Metallskulptur materiell präsent in die Natur einfügen und sie bereichern kann.

Dr. Britta von Campenhausen

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