Skulpturen bei 529 Bingen am Rhein

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Inhalte 529 Serie

529 SERIE

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»Kopf mit harmonischen und aggressiven Elementen« – Hans-Otto Lohrengel
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»Etienne George« – Rinaldo Greco

»Begegnung« – Hubertus von der Goltz

Ein Balancierender auf dem Industriekran - ein beunruhigender Anblick?

Wenige Künstler haben eine Vita wie der Bildhauer Hubertus von der Goltz sie vorzuweisen hat. 1941 in Ostpreussen geboren, hat er sich als junger Mann einem ganz anderen Bereich zugewandt. Er schloss an eine Klavierbauerlehre eine Musikalienhändlerlehre an, bevor er sein Studium mit 27 Jahren an der Hochschule der Künste in Berlin in der Architekturabteilung aufnahm und ein Jahr später in die Abteilung Freie Kunst wechselte.

Seit dieser Zeit hat er viele Preise gewonnen, war mehrmals als Gastkünstler an verschiedenen Universitäten in den Vereinigten Staaten und lebt und arbeitet heute in Berlin und Potsdam. Man erkennt von der Goltz’ Werke daran, dass er mit Skulpturen in die gewohnte Umwelt eingreift und dem Betrachter dadurch neue Sichtweisen eröffnet. Für Bingen hatte er ursprünglich ein Werk auf der Burg Klopp angedacht. Als von der Goltz allerdings den Industriekran sah, der eine prominente Rolle in der Silhouette am Hafenpark einnimmt, hat er sich für diesen als Bezugspunkt seiner Installation entschieden.

Der Industriekran, dessen Erhalt als Denkmal nicht immer gesichert war, ist damit nicht nur ein historisches Monument der Geschichte des Hafenparks, sondern wird zugleich inhaltlich und ästhetisch Teil der Kunstinstallation.

Am obersten Punkt des Kranarmes steht in frontaler Position die lediglich einen Zentimeter breite Silhouette einer Frau, erkennbar an den sich seitlich ausformenden Brüsten und der schmalen Hüfte. Sie hat die Arme in einer Gestik des Balancierens seitlich erhoben. Fragiler wirkt da schon die Position des Mannes, der sich auf halber Höhe des Kranarmes ihr zu nähern scheint. Sein Körper, den der Künstler im Profil präsentiert, zeigt nicht die aufrechte Haltung des souveränen Seiltänzers. Sein Blick ist auf die Füsse gerichtet, und während ein Arm weit erhoben ist, steht der andere diametral gesenkt entgegen. Sicherheit vermittelt dieser Anblick nicht. Der Mann scheint sich also auf die ihn erwartende Frau hinzubewegen, er muss sich momentan aber ganz auf sich selbst konzentrieren, um überhaupt die Balance halten zu können. Für von der Goltz sind die Wege, die er uns in seinen Kunstwerken aufzeigt, Symbole für die Probleme des Menschen. Jeder Mensch ist mehr oder weniger konstant damit beschäftigt, sein Leben in der Balance zu halten und weitere Schritte nach vorne zu gehen.

Das Ausbalancieren geht dabei manchmal so weit, dass wir uns ausschliesslich auf unsere eigenen Schritte konzentrieren und alles uns Umgebende ausserhalb unseres Fokus lassen müssen.

Im Grunde sehen wir nur einen kleinen Ausschnitt dessen, was immer wieder aufs Neue auf jeden Einzelnen zukommt. Von der Goltz lädt uns hier auf unkonventionelle Weise ein innezuhalten und unser eigenes Dasein mit demjenigen der Menschen auf dem Kran abzugleichen. Da der Kran sich je nach Windrichtung dreht, entsteht eine spannende Beziehung. Dem Betrachter präsentieren sich zu verschiedenen Zeiten die etwas überlebensgross konzipierten Aluminiumsilhouetten der „Begegnung“ in immer wieder neuen und ungewohnten Sichtweisen.

Dr. Britta von Campenhausen

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»Etienne George« – Rinaldo Greco

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