Skulpturen bei 529 Bingen am Rhein

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Inhalte 529 Serie

529 SERIE

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»Idee vom Fliegen« – Hans-Michael Kissel
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»Terra Marique« – Petra Goldmann

»Stein für das Licht & Säuleninsel« – Kubach & Kropp

Ein Weinregal mit Durchblick und schwerer Stein in Schwingung

Neben dem Künstlerpaar Liesel und Johannes Metten gibt es noch ein weiteres, das mit seinem Schaffen den Skulpturenpark prägt. Livia Kubach und Michael Kropp, die seit 1992 in Bad Münster am Stein leben und arbeiten, sind mit zwei Kunstwerken im Park am Mäuseturm vertreten. Es unterscheidet sie allerdings von ihren Künstlerkollegen, dass sie gemeinsam die Kunstwerke entwickeln und ausführen und daher auch als „Kubach & Kropp“ der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Livia Kubach, die 1966 in Bad Münster am Stein geboren wurde, dürfte manchen Kunstinteressierten in der Gegend bereits als Tochter des Künstlerpaares Kubach-Wilmsen etwas sagen. Sie hat von 1987-1994 an der Kunstakademie in Düsseldorf studiert, zuletzt als Meisterschülerin von Günther Uecker. Gemeinsam mit ihrem Mann, der als Künstler Autodidakt ist, hat sie bereits bei vielen internationalen Galerien ausgestellt, so in der Schweiz, den Niederlanden, Belgien, Österreich und Amerika. In der Gegend um Bingen sind sie mit einigen Werken im öffentlichen Raum vertreten, beispielsweise an der Landeszentralbank Mainz und im Golfclub Nahetal in Bad Münster am Stein.

In Bingen lassen die beiden Beiträge klar den Stil der Arbeiten von Kubach & Kropp erkennen. Die Künstler arbeiten fast ausschliesslich mit einem Stein, der von der Materialbeschaffenheit her für Schwere und Dichte, aber auch für die Dialektik von Rohem und Glattem steht: Granit. Für die Binger Werke wurde schwarzer indischer und schwarzer afrikanischer Granit verwandt. Es sind konzeptionelle Werke, die Ordnungsprinzipien wie Leere und Masse, Licht und Schatten oder Ruhe und Bewegung auf unerwartete Weise im Stein sichtbar machen. Im 1999 geschaffenen „Stein für das Licht“ nahe des Rheinufers wurde die ursprüngliche Geschlossenheit des kubischen Blockes durch dicht nebeneinander gesetzte Durchbohrungen mit einer Krenbohrmaschine aufgelöst. Die so entstandene Wabenstruktur öffnet den Stein und lässt Licht in ihn einfallen und die ihn umgebende Landschaft durchscheinen, so dass Licht und Landschaft Teil des Wesens der Skulptur werden und so eine je nach den Veränderungen der Umwelt bewegte Einheit eingehen.

Die 2004 entstandene „Säuleninsel“ ist rundbogig aus einem Kugelsegment herausgearbeitet, dessen Aussenwand poliert wurde, während der innere Bereich, einer Mondlandschaft gleich, roh stehen blieb. Scheinbar getragen wird die Kugel durch frei am Boden und in der Kugel sitzende Stäbe, die als Bohrkerne aus dem Steinblock ausgeschnitten und mit etwas Spielraum wieder eingesetzt wurden. An diesem Punkt ist der Betrachter der „Säuleninsel“ gefragt, die Wirkung des Kunstwerkes zu erweitern. Bei Berührung erklingen die locker eingesetzten Stäbe und die schwankende Insel vermittelt eine gegensätzliche Spannung von Stabilität und Instabilität, aber auch von Schwere und Leichtigkeit. Hier werden Bewegung und Zeit Teil des Kunstwerkes und erweitern so, in konstruktivistischer Tradition, die Plastik in die vierte Dimension. Die Idee zu der Skulptur, die die Bewegung der Schwere in ungewohnter Ästhetik zeigt, kam Michael Kropp, als seine Frau schwanger war. Eine kreative Umsetzung!

Dr. Britta von Campenhausen

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