Skulpturen bei 529 Bingen am Rhein

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Inhalte 529 Serie

529 SERIE

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»Flammende Woge« – Volkmar Haase

»Der Beobachter« – Doris Bühler

Ein freundlicher „Beobachter“ begrüsst den Besucher der Landesgartenschau im Eingang „Hindenburganlage“

Immer noch gigantisch ist der in die Erde versenkte Kopf, der von der Nase aufwärts demjenigen entgegenschaut, der die Landesgartenschau am Eingang „Hindenburganlage“ betritt. Fast drei Meter hoch, überragt er bei weitem jeden Menschen, der ihm entgegentritt.

Geschaffen wurde dieser Kopf von der Schweizer Künstlerin Doris Bühler. Dass so viele Schweizer Künstler mit Werken am Skulpturenpark vertreten sind, hat durchaus einen Grund. Als Inspiration diente den Stiftern und den beiden Kuratorinnen ein gleichfalls privat initiierter Skulpturenpark in Bad Ragaz, den sie gemeinsam besuchten und wo erste Ideen zur inhaltlichen und gestalterischen Konzeption gesammelt werden konnten.

Doris Bühler vertritt im Rahmen des Skulpturenparks 529 die international geprägten Bildhauer. Nach ihrem Kunststudium am Wheaton College in Massachusetts (USA) und der Sorbonne in Paris schloss sie ein Studium an den Skylight Studios in Boston an. An der New York Academy of Figurative Arts schloss sie 2000 mit dem „Master of Fine Arts in Sculpture“ ab. Seitdem lebt und arbeitet Doris Bühler in Liechtenstein, hat aber auch ein Atelier in der Schweiz. Der „Beobachter“ ist eines der Kunstwerke, die am meisten Aufmerksamkeit der Besucher der Landesgartenschau auf sich ziehen. Dabei ist es nicht nur die Grösse, die dies bedingt, sondern auch die Eindringlichkeit, mit der der „Beobachter“ sein Gegenüber in Augenschein nimmt.

Es ist ein Grundprinzip im Schaffen der Künstlerin, durch Vergrösserung des von uns Gewohnten Irritationen und damit einhergehend Perspektivwechsel zu schaffen. Ist der restliche Körper des Giganten in der Erde verborgen? Handelt es sich hier um einen Riesen, oder ist es mehr eine übermenschliche Erscheinung? Dies sind Fragen, die sich dem Betrachter des Beobachters aufwerfen und ihn dazu bringen, sich genauer auf einen Dialog mit dem Kunstwerk einzulassen. Dadurch, dass der an sich runde und weiche Kopf in viele kleine geometrische Formen aufgebrochen wird und eine daraus resultierende eckigere Grundstruktur erhält, stehen die runden Augen mit den geradeaus gerichteten Pupillen in einem prägnanteren Kontrast und lassen die Augen um so intensiver auf uns wirken. Die Grösse des Kunstwerks bedingte, dass Anlieferung und Aufbau mit einiger Aufregung verbunden waren. So waren während des Transportes einige der einzeln auf den Rahmen geschweissten Aluminiumplatten abgebrochen. Noch auf dem Schwertransporter wurden diese in nächtlicher Aktion wieder angeschweisst. Problemlos konnte dann am nächsten Tag der Kopf mit einem Autokran in der von der Küstlerin ausgewählten Blickrichtung positioniert werden. Selbst vom Schiff aus kann man nun dem „Beobachter“ ins Gesicht schauen und ihn bei Nacht von innen beleuchtet sehen.

Doris Bühler spricht aus, was viele Künstler fühlen: „Kunst ist mein Leben – meine Kunst endet nicht, wenn ich die Türschwelle aus meinem Atelier überquere. Sie ist meine zweite Natur. Intuitiv suche und höre ich nach dem, was mich bewegt.“ Mit dem „Beobachter“ schafft sie es auf beeindruckende und inspirierende Weise, auch uns und unsere Gedanken und Gefühle zu bewegen.

Dr. Britta von Campenhausen

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